Der Jakobsweg in entgegengesetzter Richtung

Es werden immer mehr Menschen, die eine Alternativroute suchen, um die Erfahrung des Wanderns zu genießen. Deswegen möchten wir bei Santiago Ways Ihnen heute einen etwas anderen Vorschlag machen: den Jakobsweg andersherum zu machen. Ja genau, legen Sie ihn im Gegensatz zu den restlichen Pilgern in die entgegengesetzte Richtung zurück. Seien Sie anders!

Den Jakobsweg in entgegengesetzte Richtung machen

Alle Routen des Jakobsweges kann man in beide Richtungen zurücklegen. Je nachdem für welche Route Sie sich entscheiden, um sie in entgegengesetzte Richtung zu machen, werden Sie mehr Nachteile als Vorteile haben. In diesem Artikel werden wir auf die Routen des Jakobsweges eingehen, die sich am besten dafür eignen, sie in umgekehrte Richtung zurückzulegen, und Ihnen bei jeder einzelnen Route die Vorteile erklären, die es hat, sie andersherum zu machen.

Die beste Route des Jakobsweges, um in die andere Richtung zu gehen

Die Route, die sich am besten dafür eignet, den Jakobsweg im Vergleich zu allen anderen Pilgern andersherum zu machen, ist der Camino Finisterre. Die meisten Personen legen diese Route von Santiago de Compostela bis Finisterre oder Muxía als Epilog ihrer Pilgerfahrt zurück.

Wenn Sie sich jedoch in Muxía in Richtung Santiago begeben, werden Sie im Vergleich zu den anderen Pilgern nicht nur in entgegengesetzte Richtung wandern, sondern Sie können bei Ihrer Ankunft an der Kathedrale von Compostela auch die Pilgerurkunde beantragen. Diese Route ist eine der wenigen Optionen, mit der man den Jakobsweg in entgegengesetzte Richtung machen und dennoch die Compostela-Urkunde bekommen kann.

Wenn Ihnen die Idee gefallen hat, anders zu sein, und den Jakobsweg nach Finisterre machen möchten, sagen Sie uns, wann Sie sich auf den Weg machen möchten, und geben Sie uns alle Details zur Reise. Wir werden uns mit Ihnen in Verbindung setzen.



    1. [tracking-info]

      1. Ich erkläre mich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.

    Die Route der Leuchttürme mit dem Camino Finisterre verbinden

    Wenn Sie Ihr Abenteuer jedoch nicht auf die 100 Kilometer, die für die Compostela-Urkunde erforderlich sind, beschränken möchten, oder einfach eine längere Route suchen, besteht eine hervorragende Option darin, den umgekehrten Camino de Finisterre mit der Route der Leuchttürme zu kombinieren. Von Leuchtturm zu Leuchtturm und weiter bis nach Santiago!

    Wenn Sie auf dem umgekehrten Jakobsweg beide Routen verbinden, werden Sie eine Strecke von 286,6 Kilometern zurücklegen. Die ersten 200 Kilometer können Sie auf dem Weg der Leuchttürme von Malpica bis zum Kap Finisterre zurücklegen. Um eine Beschreibung dieser Strecke zu bekommen, können Sie sich unseren Beitrag zur Route der Leuchttürme durchlesen.

    Auf diesem Abschnitt werden Sie die Möglichkeit haben, Muxía und seine bekannte Kapelle da Barca zu besuchen. In diesem Ort werden Sie bereits langsam auf die Pilger treffen, die den Camino de Finisterre nach Santiago machen.

    Eine Pilgerzusammenkunft

    Sie werden drei verschiedene Pilgertypen treffen. Einerseits diejenigen, die aus Santiago kommen und beschlossen haben, ab dem Kap Finisterre bis nach Muxía weiterzugehen. Diese Pilger fahren normalerweise mit einem Transportmittel zurück nach Santiago.

    Andererseits werden Sie die Pilger treffen, die den Camino Finisterre ab Santiago machen und beschlossen haben, nach Muxía zu gehen, bevor sie Finisterre ansteuern. Mit ihnen können Sie sich ein paar Kilometer teilen.

    Zu guter Letzt werden Sie die Pilger treffen, die den Camino Finisterre in entgegengesetzte Richtung machen. Sie stellen die Minderheit dar. De facto haben laut der Statistik des Pilgerbüros der Kathedrale von Santiago weniger als 1 % der Pilger, die in Compostela angekommen sind, den Camino Finisterre andersherum gemacht.

    Sobald Sie die Route der Leuchttürme beendet haben, können Sie auf dem Camino de Finisterre bis nach Santiago weitergehen, wo Sie bei Interesse die Compostela-Urkunde beantragen können. Um die Beschreibung der Abschnitte dieser Strecke nachzulesen, können Sie sich unseren Beitrag zum Camino Finisterre durchlesen. Sie sollten jedoch bedenken, dass Sie mit dieser Option nur die ersten 4 Abschnitte in entgegengesetzte Richtung machen:

    • Finisterre – Cee (12,2 km)
    • Cee – Olveiroa (20 km)
    • Olveiroa – Negreira (33,4 km)
    • Negreira – Santiago de Compostela (21 km)

    Gründe, um den Jakobsweg auf der Route der Leuchttürme zu machen

    Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen, den Weg der Leuchttürme und dann den Camino de Finisterre zu machen, um nach Santiago de Compostela zu gelangen. Allerdings gibt es nicht viele, die sich dazu durchringen, diese schöne Route zu machen. Im Folgenden nennen wir Ihnen einige der Gründe, warum es sich lohnt, diese beiden Wege zurückzulegen:

    Eine hervorragende Option, um die Costa da Morte zu entdecken

    Wenn Sie auf dieser Route den Jakobsweg in entgegengesetzte Richtung machen, können Sie alle Reize der Todesküste (Costa da Morte) entdecken. Hierbei handelt es sich um eine der schönsten Küsten Spaniens mit wunderschönen Stränden und beeindruckenden Steilküsten, die durch das raue Meer, das gegen die Küste peitscht, entstanden sind, genießen.

    Die Wucht des Meeres, das von unvergleichbarer Schönheit ist, gibt Raum für Trübsinn und Trostlosigkeit. Dieses Gefühl verspüren all die Personen, die diese Route zurücklegen und unterwegs die vielen Tragödien der Schiffe und Seeleute entdecken.

    Der chromatische Reichtum der Strecke

    Eine weitere Sache, die Sie auf dieser Strecke beeindruckenden wird, ist ihr chromatischer Reichtum. Einerseits werden Sie die Möglichkeit haben, das intensive Grün der galicischen Landschaften, das Ergebnis seiner vielen Regenfälle, zu genießen.

    Andererseits werden Sie von den verschiedenen Farbtönen des Meeres dieser Küste überrascht sein: blau, grün, grau und weiß. Es ist ein sehr lebendiges Meer, das mit all seinem Temperament beeindruckt.

    Weg der Leuchttürme, eine Route in entgegengesetzter Richtung

    Stellen Sie sich einen Kiefernwald vor, der am Ufer eines weiten goldenen Strandes endet, im Hintergrund ein Meer im intensiven Blau, gespickt mit grünen Spiegelungen. Können Sie sich vorstellen, welch ein Genuss solch eine Postkarte für die Sinne sein kann? Nun wissen Sie also, was Sie auf dieser Route erwartet.

    Die Leuchttürme

    Sollten Sie sich für die Welt der Seeleute, die Leuchttürme und für die Wellen begeistern, dann ist das Ihre Route! Auf der Strecke werden Sie 7 wunderbare Leuchttürme besuchen können:

    Faro de Punta Nariga

    Dies ist der erste Leuchtturm auf der Strecke. Daneben steht eine Steinskulptur von einem Schiff, das in See sticht. Es handelt sich um ein Werk von César Portela.

    Faro Roncudo

    Der Name dieses Leuchtturms kommt von den Geräuschen, die das Meer macht, wenn die Wellen an den Felsen rund um den Leuchtturm brechen. An dem Ort steht ein Kreuz zu Ehren der vielen Schiffe, die einen Schiffbruch erlitten haben und dessen Reste vom Meer hier angespült wurden.

    Faro de Laxe

    Dieser Leuchtturm ist dem vorherigen Leuchtturm sehr ähnlich. Man könnte fast meinen, dass es derselbe Leuchtturm ist. Dort werden Sie auch eine Statue zu Ehren aller Personen, die mit Blick aufs Meer auf ein Schiff gewartet haben, das nie zurückkam, vorfinden.

    Faro Vilán

    Dies ist einer der schönsten Leuchttürme der Strecke. Gegenüber befindet sich der große Felsen von Vilán de Fora, der durch die Meerenge O Bufardo getrennt ist. Hier stechen außerdem die interessanten Felsformationen hervor.

    Faro de Muxía

    Hier ist die Lage dieses Leuchtturms überraschend, und zwar an der Punta da Barca direkt neben der Kapelle. Das Gebäude selbst ist nicht sehr beeindruckend, seine Umgebung aber schon.

    Faro de Touriñán

    Obwohl dieser Leuchtturm der unbeliebteste ist, befindet er sich sogar noch weiter im Westen als der Leuchtturm von Finisterre. Somit handelt es sich um den westlichsten Leuchtturm Spaniens. Die Steilküsten, die sich ringsherum befinden, sind sehr beeindruckend.

    Faro de Fisterra

    Für lange Zeit dachte man, dass an diesem Ort die Sonne unterging. Daher befand sich an dieser Stelle für viele Jahre der Altar Aras Solis. Wenn Sie mehr über diesen Glauben der einstigen Bewohner erfahren möchten, lesen Sie sich unseren Beitrag zur Geschichte der Route zum Ende der Welt durch.

    Die Häfen und Weiler

    Unterwegs werden Sie an mehreren zauberhaften Fischerdörfern vorbeikommen. Sie zeichnen sich durch die große Farbpalette ihrer Boote aus, die ihren Kais einem besonderen Charme verleihen.

    Die schönen Sonnenuntergänge

    In der Zeit, in der Sie diese Route zurücklegen, werden Sie die Gelegenheit haben, wunderschöne Sonnenuntergänge zu genießen. Diese Region Spaniens ist einer der besten Orte, um sich von der Sonne zu verabschieden.

    Die frischen Meeresfrüchte genießen

    Der Fisch und die Meeresfrüchte der Costa da Morte sind überall bekannt. Auf dieser Route werden Sie unterwegs wie noch nie die Delikatessen des Meeres genießen können, und das zu einem sehr erschwinglichen Preis.

    Weitere Routen des Jakobsweges, die in entgegengesetzte Richtung zurückgelegt werden können

    Im Folgenden möchten wir Ihnen weitere Routen des Jakobsweges vorschlagen, die ebenfalls in umgekehrte Richtung zurückgelegt werden können. Wie wir Ihnen zu Beginn der Artikels gesagt haben, können alle Routen in entgegengesetzte Richtung gemacht werden, wenn es Ihnen nichts ausmacht, auf die Compostela-Urkunde zu verzichten.

    Route der Leuchttürme, Jakobsweg in entgegengesetzter Richtung

    Allerdings gibt es drei Routen, die wir aufgrund ihrer Eigenschaften als besonders interessant erachten, um sie in entgegengesetzte Richtung zu machen: der französische Weg, die Via de la Plata und der zentrale portugiesische Weg. Wir werden Ihnen alle drei vorstellen.

    Den französischen Weg in entgegengesetzte Richtung machen

    Es gibt wenige Pilger, die den Jakobsweg in umgekehrte Richtung zurücklegen. Von denjenigen, die sich allerdings dafür entscheiden, machen es die meisten auf dem französischen Weg, was an zwei Dingen liegt.

    Einerseits ist es der beliebteste Jakobsweg und somit ist es ganz normal, dass es auf seiner Route die größte Pilgervielfalt gibt. Andererseits ist es der am besten ausgeschilderte Weg.

    Denken Sie daran, dass sich die gelben Pfeile hinter ihnen befinden, wenn Sie den Jakobsweg in umgekehrte Richtung zurücklegen. Somit müssen Sie sich ständig umdrehen, um sich zu versichern, dass Sie den richtigen Weg nehmen. Dass der Weg gut ausgeschildert ist und Sie alle paar Meter auf Schilder stoßen, erleichtert dies erheblich.

    Allerdings möchten wir Ihnen hier eine Rundstrecke vorschlagen. Was halten Sie davon, wenn Sie in Santiago starten und wieder dorthin zurückkehren?

    Wenn Sie Compostela in die entgegengesetzte Richtung des französischen Weges verlassen und bis Ponferrada gehen, können Sie danach auf den Winterweg ausweichen, um wieder nach Santiago zurückzugehen. Der Weg ist über 100 und auch über 200 Kilometer lang. Unabhängig davon, ob Sie ihn mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen, werden Sie bei Ihrer Rückkehr die Compostela-Urkunde beantragen können.

    Die Via de la Plata in entgegengesetzte Richtung machen

    Die Via de la Plata ist eine extrem lange Route. Aus irgendeinem Grund gibt es immer mehr Pilger, die diesen Jakobsweg andersherum machen und in Richtung Süden gehen, wie uns dieser Steinsammler erzählt. 

    Wir halten das für eine fantastische Idee, besonders wenn Sie vorhaben, Ihre Pilgerfahrt im Sommer zu beginnen. Mit dieser Alternative können Sie einerseits den Menschenaufläufen des Jakobsweges im Sommer entkommen. Andererseits vermeiden Sie, dass Sie die südlichen Abschnitte an den heißesten Tagen zurücklegen müssen. Der einzige Nachteil besteht darin, dass Sie nicht die Compostela-Urkunde ausgehändigt bekommen werden.

    Von Santiago nach Fátima

    Es gibt immer mehr Pilger, die nach ihrer Ankunft am Grab des Apostels Jakobus weiterwandern, und zwar in entgegengesetzter Richtung auf dem portugiesischen Jakobsweg, um zur Kapelle von Fátima zu gehen. Die galicische Zeitung La Voz de Galicia hat 2017 bereits einen Artikel über dieses Phänomen geschrieben.

    Was denken Sie? Können Sie sich dazu durchringen?

    Was halten Sie von unseren Vorschlägen? Haben Sie bereits eine der Routen des Jakobsweges in entgegengesetzte Richtung gemacht? Sollte dies der Fall sein, würden wir uns freuen, wenn Sie uns einen Kommentar mit Ihrer Erfahrung dalassen.

    Wir freuen uns, dass der Jakobsweg so beliebt ist, aber wir verstehen, dass es immer mehr Personen gibt, die ruhigere Alternativen suchen. Schließlich gibt es so viele Wege, wie es auch Pilger gibt.

    Denken Sie daran, dass Sie sich mit uns in Verbindung setzen können, wenn Sie die Unterstützung eines auf den Jakobsweg spezialisierten Reisebüros haben möchten, unabhängig davon, ob Sie ihn in entgegengesetzte Richtung machen möchten oder vorhaben, die Route der Leuchttürme zurückzulegen (der offiziell kein Jakobsweg ist). Wir werden Ihnen bei der Organisation Ihrer Pilgerfahrt helfen, egal in welche Richtung Sie ihn machen.

    Buen Camino!