Geschichte des französischen Weges
Der Ursprung des französischen Weges liegt in der Entdeckung der sterblichen Überreste des Apostels Jakobus im 9. Jahrhundert. Laut den traditionellen Schilderungen entdeckte der Bischof Teodomiro der Diözese Iria Flavia im Jahr 813 den Fund.
An der Stelle, wo die Überreste des Apostels Jakobus gefunden wurden, ließ der asturische Monarch Alfons II., der Keusche, eine Kirche errichten, die heute die Kathedrale von Santiago de Compostela darstellt.
![Catedral de Santiago de Compostela Catedral de Santiago de Compostela]()
Catedral de Santiago de Compostela
Von diesem Moment an beschlossen viele Christen, bis nach Santiago de Compostela zu pilgern, um dem Heiligen ihren Respekt zu erweisen. Diese Ehrfurcht führte dazu, dass Menschen aus verschiedensten Orten diese Gegenden durchquerten, die das Zentrum Galiciens umgaben.
Alfons II., der ein Element benötigte, um sein Königreich zusammenzuhalten, wandelte den Apostel in ein Symbol für den Kampf gegen den Islam um. So entstand das Bild von Santiago Matamoros, das sich in der Pilgergemeinschaft des Weges und der christlichen Gemeinschaft schnell verbreitete.
Ursprung des französischen Weges
Der französische Weg hat seinen Ursprung im Mittelalter und in der Entdeckung der Grabstätte des Apostels Jakobus.
Allerdings nahm er auch sehr wichtige strategische Funktionen ein, da er in der Zeit der Reconquista zwischen dem muslimischen und dem christlichen Teil als Grenze diente und gleichzeitig eine Handelsstraße darstellte, welche das gesamte Gebiet belebte und was zum Großteil das reiche Erbe aller Orte des französischen Weges erklärt.
Obwohl er am Anfang nicht sehr sicher war (wie alle Wege und Reisen im 10. Jahrhundert), war es der Monarch Sancho III., der mittels der Einführung einer Mark, die das christliche Gebiet vom muslimischen trennte, zu seiner Entwicklung beitrug.
Der Codex Calixtinus hat zur Steigerung seiner Beliebtheit beigetragen, da darin die wichtigsten Strecken beschrieben waren und er nicht nur die europäische Arbeiterklasse ermutigte, diesen Weg mit der Absicht zu machen, ihre Versprechen zu erfüllen und Buße zu tun, sondern auch große Persönlichkeiten, zu denen alle Gesellschaftsschichten des Mittelalters gehörten.
![]()
Gegenwärtig ist der französische Weg nach Santiago der meistbesuchte Weg. Somit ist die Wahrscheinlichkeit höher, Menschen mit den gleichen Interessen kennenzulernen. Und diese Beliebtheit spiegelt die große landschaftliche Schönheit, die er durchquert, sowie die Unmengen an Kultur-, Geschichts- und Kunstgüter wider.
Zweifelsohne stellt er eine der besten Alternativen dar, um die Erfahrung des Jakobsweges zu genießen.
Codex Calixtinus: der schriftliche Nachweis des französischen Weges
Der französische Weg ist der am besten dokumentierte Weg. Das handgeschriebene 5. Buch des Codes Calixtinus, datiert auf das Jahr 1135, beschreibt schon ganz genau die vier Hauptstrecken des französischen Weges.
Drei der Wege (Le Puy-Conques, Vézelay-Limoges und Paris-Tours) betreten über St. Jean Pied de Port, eine französische Stadt nahe Rocesvalle, in Navarra spanisches Gebiet, während die vierte Strecke (Arles-Toulouse) über Somport nach Spanien führt und weiter nach Jaca in Aragonien führt. In Puente La Reina in Navarra vereinigt sich die letzte Strecke mit den drei anderen.
Dieser schriftliche Nachweis beinhaltet auch die von den Pilgern in dieser Zeit verwendeten Ausdrücke zur Begrüßung. Im Buch kommen Ausdrücke wie „Ultre ia Et Sus Eia! Deus adjuva nos!“ vor, was so viel bedeutet wie „Vorwärts, immer weiter und aufwärts! Gott helfe uns!“.
„Ultreia“ ist eine Begrüßung zwischen Pilgern, die sie auch verwendeten, um sich zu ermutigen. Sein Ursprung liegt im lateinischen Wort „ultra“, was „vorwärts“ bedeutet, und „eia“, ein Ausrufewort für „bewegen“.
![]()
Es scheint, dass die Pilger dieser Epoche sich mit „Ultreia, suseia, Santiago“ grüßten, was „Kopf hoch, weil weiter und höher Jakobus ist“ bedeutet. Es ist auch möglich, dass ein Pilger den anderen Pilger mit „Ultreia“ („Immer weiter“) begrüßte und der andere ihm mit „Et suseia“ („Und höher“) antwortete.
Die Blütezeit und ihr Untergang
Bis zum 13. Jahrhundert war die Blütezeit des Jakobsweges, der vom Vorbeischreiten von allerhand Pilgern zeugte, die aus den verschiedensten christlichen Regionen Europas kamen und sich aus verschiedenen Interessen, sowohl religiöser als auch wirtschaftlicher Art, an Jakobus wandten. In diesem Jahrhundert, im Jahr 1211, wurde auch die heutige Kathedrale Santiago de Compostela eingeweiht.
Der Jakobsweg war jedoch nicht nur eine Pilgerstrecke. Die Entwicklung des französischen Weges hatte einen wichtigen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Einfluss zwischen den Regionen, die er miteinander verband.
Dank des Personenverkehrs zwischen der Iberischen Halbinsel und Europa, trafen verschiedene literarische und künstlerische Strömungen sowie verschiedene Denk- und Verhaltensweisen in Spanien ein. Dieser Strömungen fanden auch umgekehrt statt, sodass die europäischen Länder auch Zugang zum hispanischen Kulturgut hatten.
Die Königreiche der Iberischen Halbinsel, die der französische Weg durchquerte, wurden auf wirtschaftlicher und sozialer Ebene stark beeinflusst. Das heitere Leben des Weges förderte die Ankunft von zahlreichen Händlern und Kunsthandwerkern, im Grunde genommen Ausländer, die sich schließlich dauerhaft an verschiedenen Orten des Weges niederließen.
Die Siedlungen dieser Ausländer, die volkstümlich „Francos“ genannt wurden, obwohl nicht alle aus Frankreich kamen, wurden „Burgos“ genannt. Die Einwohner dieser neuen Zentren genossen gemäß ihren Stadtrechten große Privilegien. So entstand das Bürgertum und der französische Weg wurde Schauplatz von zahlreichen anti-herrschaftlichen Aufruhren.
Auf künstlerische Ebene spielte der Jakobsweg eine sehr wichtige Rolle. Über den Weg kam die internationale Kunst nach Spanien, wie die romanische Kunst, vor allem ihre französische Version, die sich besonders in Orten wie Santiago, León, Frómista oder Jaca verwirklichte.
![]()
Auf vergleichbare Art und Weise kamen in Europa muslimische Elemente an, die über den französischen Weg übertragen wurden. Während des 13. Jahrhunderts war der Jakobsweg das Eingangstor für die gotische Kunst.
Ab dem 14. Jahrhundert ging der Pilgerstrom nach Santiago de Compostela zurück. Die Glaubensspaltung der christlichen Welt im Jahr 1378, die vielen Kriege, die Verbreitung des Schwarzen Todes und noch weitere Gründe führten zu einem beträchtlichen Rückgang der Pilgerfahrten nach Santiago.
Der französische Weg heute
Heutzutage ist der französische Weg von allen Wegen nicht nur der beliebteste Weg, sondern auch der Weg, der am meisten Anerkennung genießt, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Dessen ungeachtet wurde der französische Weg erst 1993 zu einem wichtigen touristischen Anziehungspunkt, auch wenn sein Ruhm auf Jahrhunderte voller Geschichte zurückgeht.
Das Heilige Compostelanische Jahr von 1993, gestützt auf die Ernennung des französischen Weges zum Weltkulturerbe der UNESCO und zum Ersten Kulturweg des Europarats, stellt einen sehr wichtigen Höhepunkt dieses Weges dar.
![]()
Im Jahr 2004 erhielt er den Prinz-von-Asturien-Preis der Eintracht, da er als Beispiel des Zusammenlebens zwischen Personen und Kulturen gilt und auch eine wichtige Rolle in der Entwicklung der europäischen Entstehung des Christentums spielt. Jedes Jahr kommen fast 300.000 Pilger über den französischen Weg nach Santiago de Compostela.