Etappe 15
Castrojeriz - Fromista 25 Km
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Etappe 14
Etappe 16

Informationen Castrojeriz - Fromista

Nach zwei ruhigen Tageswanderungen stellt uns der Jakobsweg bei seiner Ankunft in Palencia vor einer kleinen Herausforderung. Und zwar meinen wir damit den Alto de Mostelares. Allerdings wird er nach dem, was wir bereits zurückgelegt haben, kein allzu großes Problem für uns darstellen.

Lass uns den französischen Weg fortsetzen!

Der heutige Abschnitt ist etwas länger als die zwei vorangegangenen Etappen und nimmt den Anstieg zum Alto de Mostelares in Angriff. Allerdings ist es kein allzu schwieriger Abschnitt. Wir verlassen Castrojeriz und lassen nach zehn Kilometern die Provinz Burgos hinter uns und betreten Palencia. Dort heißt uns der Pisuerga, ein bekannter spanischer Fluss, willkommen.

Nachdem wir durch mehrere kleine Orte gekommen sind, werden wir unseren heutigen Abschnitt in Frómista beenden, ein wunderschönes Dorf, das auf einem Berggipfel liegt und eng mit der Jakobskultur verbunden ist sowie ein großes historisches Erbe vorweist.

Reiseroute Castrojeriz - Fromista

Wir gehen heute erneut durch einsame Landschaften. Jedoch müssen wir diesmal einen Anstieg in Angriff nehmen, und zwar den Aufstieg zum Alto de Mostelares. Wir werden dafür mit einem spektakulären Ausblick über die Hochebene belohnt.

Castrojeriz (Km. 0). Beginn des Abschnitts

Praktische Tipps für diesen Abschnitt: Die Tageswanderung beginnt mit der größten Herausforderung dieses Abschnitts, und zwar mit dem Aufstieg zum Alto de Mostelares. Frühstücke gut, bevor du dich auf den Weg machst, und du wirst keine Probleme haben. Buen Camino!

Wir verlassen Castrojeriz auf der Straße Calle Real de Poniente, überqueren den Fluss Odrilla auf einer Holzbrücke und nehmen auf den nächsten anderthalb Kilometern einen Höhenunterschied von 145 Metern in Angriff. Oben erwartet uns der Teso de Mostelares (km 3,6), ein geometrischer Bildstock und ein geographischer Meilenstein des französischen Weges.

Wir überqueren die Ebene Mostelares, während sich vor unseren Augen die Landschaft der Tierra de Campos ("Land der Felder"), das auch unter dem Spitznamen Kornkammer Spaniens bekannt ist. Du kannst dir also vorstellen, von welche Art Landschaft wir reden.

Nach vier Kilometern erreichen wir ein Ausflugslokal, das neben dem Brunnen El Piojo liegt (km 7,7).

Danach gehen wir für 900 Meter auf der Landstraße weiter, die nach Itero del Castillo führt. Obwohl das Dorf über ein auf die Pilger ausgerichtetes Serviceangebot verfügt, führt der Jakobsweg eigentlich nicht durch das Dorf, sondern rechts vorbei.

Im Ort können wir die Kirche San Nicolás besuchen und von dort bis zur Brücke Fitero bzw. La Mula über dem Fluss Pisuerga weitergehen. Hier endet Burgos und beginnt Palencia.

Wir folgen am Pisuerga entlang den Landweg und erreichen den ersten Ort in Palencia, Itero de la Vega. Wir kommen an der Wallfahrtskirche Nuestra Señora de la Piedad vorbei und können im Ortskern die Kirche San Pedro und eine Gerichtssäule besichtigen.

Itero de la Vega (Km. 11,1)

Praktische Tipps für diesen Abschnitt: Nutze diesen Abschnitt, um zu dir selbst zu finden. Der Ort eignet sich perfekt dafür. Buen Camino!

Wir gehen auf der Straße Calle Santa Ana durch Itera de la Vega, überqueren die Landstraße und gehen ein paar Kilometer bis zum Bewässerungskanal des Pisuerga auf einem Weg weiter (km 13,3). Nachdem wir eine unebene Fläche überquert haben, erscheint fast zwei Kilometer später Boadilla del Camino im Hintergrund (km 15).

Uns erwartet auf den nächsten vier Kilometern eine immense freie Fläche mit Grün- und Ockertönen. Sobald wir in Boadilla del Camino angekommen sind, können wir uns ausruhen und die Himmelfahrtskirche sowie eine ansehnliche Gerichtssäule besuchen.

Boadilla del Camino (Km. 19,3)

Praktische Tipps für diesen Abschnitt: Es fehlt nicht mehr viel, bis wir den Abschnitt abgeschlossen haben. Genieß Boadilla del Camino und hab bloß keine Eile. Buen Camino!

Nach dem Besuch verlassen wir auf der Straße Calle Mayor den Ort und begeben uns auf einen Weg, der uns zu ein paar Hallen führt, die sich am Ortsausgang befinden. Dort biegen wir links ab und gehen bis zum Canal de Castilla weiter (km 21,1).

Der Jakobsweg verläuft für drei Kilometer parallel zum Kanal, bis wir einen Schleusenkomplex erreichen, mit dem die Schiffe den Niveauunterschied überwinden können. Hier überqueren wir den Kanal und betreten Frómista.

Frómista (Km. 24,7). Ende des Abschnitts

Praktische Tipps für diesen Abschnitt: Dank der wenigen Straßen von Frómista und seiner wunderbaren Ausblicke ist dieses Dorf ein besonderer Ort. Genieß ihn und verlasse ihn, falls du es schaffst, da sich viele tagelang in dieser vertrauten Ortschaft aufhalten können. Bis morgen!

Im Ortskern gibt es eine Touristeninformation. Dort befindet sich auch die Kirche San Martín, die einen Besuch wert ist.

Außer der Kirche San Martín kann man auch die Kirche Santa María del Castillo, die Kirche San Pedro, die Wallfahrtskirche Otero sowie Venta de Boffard besuchen. Man sollte auch die Legende kennenlernen, die dieses Dorf in die Kleinstadt des Wunders verwandelt hat.

Anmerkungen Castrojeriz - Fromista

Der Anstieg zum Alto de Mostelares stellt die größte Schwierigkeit dieses Abschnitts dar, der Palencia betritt. Und es erwartet uns auch eine neue Gastronomie!

Im Folgenden werden wir dir einige Empfehlungen zur Strecke und auch zur regionalen Küche geben.

Vorsichtsmassnahmen auf dem abschnitt Castrojeriz - Fromista

Wie bei den vorangegangenen Abschnitten stellt das Klima eines der Elemente dar, die uns unterwegs am meisten Probleme bereiten können. Schütze dich vor der Sonne und trink viel.

Beim Anstieg zum Alto de Mostelares wird auf 1,7 Kilometern ein Höhenunterschied von 145 Metern überwunden. Geh den Aufstieg gemächlich an und genieß die Landschaft, während du hinaufgehst.

Der Rest der Wanderung ist fast eben, sodass du keine Probleme haben wirst, im Laufe des Tages wieder zu Kräften zu kommen. Das Geheimnis liegt in einem reichhaltigen Frühstück.

Gastronomie Castrojeriz - Fromista

Palencia heißt uns mit seiner Gastronomie willkommen. Im Folgenden werden wir dir einige Empfehlungen bezüglich der typischen Gerichte der Region geben.

  • Gemüseeintopf. Das Besondere an diesem Gericht liegt darin, dass es mit einer Soße aus magerem Schweine- und Kalbsfleisch zubereitet wird.
  • Junge Taube
  • Blutwurst und Wurstware aus Palencia
  • Sequillos (Zuckerkringel)
  • Galletas campurrianas (Kekse)

Sehenswürdigkeiten und aktivitäten auf dem abschnitt Castrojeriz - Fromista

Auf dem heutigen Abschnitt werden wir mehrere Ortschaften durchqueren und schließlich in Frómista ankommen, das mit einem großen historischen Erbe auf uns wartet. Im Folgenden werden wir ausführlich auf die einzelnen Orte eingehen.

Itero del Castillo

Itero del Castillo ist eine Gemeinde in der Provinz Burgos und der letzte Ort Burgos, bevor wir auf dem französischen Weg in Richtung Santiago de Compostela Palencia betreten. Sie ist 17 Quadratkilometer groß und hat 80 Einwohner.

Der Ort wurde zum ersten Mal in einem Dokument aus dem Jahr 934 erwähnt. Dort spricht man von den Sonderrechten, die der Graf Fernán Armantález Merga de Suso gewährte.

Im Ort gibt es eine der wichtigsten Brücken des Mittelalters. Sie diente als Grenzpunkt der Grafschaft Kastilien. Man kann in dem Ort auch die Kirche San Nicolás und die Überreste der ehemaligen Festung und Burg aus dem 14. Jahrhundert besuchen.

Kirche San Nicolás

Die Kirche San Nicolás steht in Itero del Castillo und ist 200 Meter von der berühmten Brücke Fitero entfernt. Einst lag die Kirche komplett in Ruinen. Dank der Anstrengungen der italienischen Bruderschaft San Jacobo de Perusa konnte sie jedoch restauriert werden.

Die Bruderschaft öffnet nun schon seit zehn Jahren zwischen September und Mai den Pilgern die Türen, um sie aufzunehmen. Eine Besonderheit des Ortes ist das Becken zur Fußwaschung unter der mittelalterlichen Apsis. Im Mittelalter war die Fußwaschung eine Hygienemaßnahme voller christlicher Symbolik.

Die Kirche wurde ursprünglich im 12. Jahrhundert im romano-gotischen Architekturstil gebaut. Vom Originalbauwerk sind noch die wunderschöne Kapelle mit einem Kreuzrippengewölbe mit spitzen Bögen, Säulen des Bogens, der zur Apsis führt, sowie einige mit Pflanzenmotiven dekorierte Kapitellen übrig.

Der Rest des Gebäudes besteht aus einem Schiff aus einem Material, das auf mehrere Bauzeiträume hinweist, sowie aus angefangenen Kuppeln, die darauf schließen lassen, dass es sich einst um ein höheres und größeres Gebäude handelte.

Brücke Fitero

Die Brücke Fitero, auch unter dem Namen Brücke La Mula bekannt, liegt in Itero del Castillo. Die Brücke führt über den Fluss Pisuerga und stellt die Grenze zwischen der Provinz Burgos und Palencia dar. Im Mittelalter war sie die Grenze der Grafschaft Kastilien.

Die Brücke wurde im Auftrag von Alfons VI. dem Tapferen (1072-1109) gebaut, damit die Pilger den Fluss überqueren konnten. Sie wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet, obwohl nachfolgend im gotischen Stil Änderungen vorgenommen wurden.

Die Brücke besteht aus elf Arkaden, einige von ihnen spitz und andere rund, mit dreieckigen und quadratischen Eisbrechern. Die Brücke ist sowohl aufgrund seiner Abgrenzungsfunktion als auch aufgrund seiner Bauart die längste und schönste des Jakobsweges. Im Mittelalter war sie berühmt und wurde mehrmals im Jakobsbuch erwähnt.

Fluss Pisuerga

Der Fluss Pisuerga ist ein Nebenfluss des Flusses Duero. Er entsteht im Norden der Provinz Palencia und mündet in der Provinz Valladolid im Fluss Duero. Auf seinen 283 Kilometer von Nord nach Süd stellt er die Grenze zwischen Palencia und Burgos dar. Er wurde nach einer ehemaligen römischen Siedlung benannt, die man heute unter den Namen Herrera de Pisuerga kennt.

Seine Hauptnebenflüsse sind: der Fluss Resoba, Rivera, Camesa, Ritobas, Monegro, Sauguillo, Burejo, Fresno, Valdavia, Carrión, Arlanza, Esqueva und Odra.

Dieser Fluss ist auch insbesondere für seine großen Überschwemmungen bekannt, von denen die nahegelegenen Orte schon öfters betroffen waren. In den Jahren 1962 und 2001 kam es zu den größten Überschwemmungen.

Canal de Castilla

Der Canal de Castilla ist das größte Bauwerk des Wasserbaus in Spanien, das zwischen Mitte des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhundert gebaut wurde. Das Bauwerk wurde von dem Markgrafen von Ensenada (1702-1781), einem bedeutenden Politiker, entworfen.

Das Bauwerk sollte in der isolierten kastilischen Hochebene als Verkehrs- und Transportweg dienen. Dafür wurden Lastkähne verwendet, die von Zugtieren gezogen wurden und die das kastilische Getreide zum kantabrischen Meer brachten.

Der Kanal war so lange in Betrieb, bis die Eisenbahn ihn im Jahr 1959 überflüssig machte. Seitdem dient er der Bewässerung und der Wasserversorgung der Uferbewohner.

Entlang des Flusslaufes ist immer noch ein kostbares Netzwerk von Schleusen, Lagern und Weizenmühlen von großem historischen Wert erhalten.

Itero de la Vega

Itero de la Vega ist das erste Dorf der Provinz Palencia, wenn man den Jakobsweg auf seiner französischen Strecke zurücklegt. Die Gemeinde ist 21 Quadratkilometer groß und hat um die 165 Einwohner.

Sein Ursprung kann auf die im 9. und 10. Jahrhundert in Palencia durchgeführten Wiederbevölkerungen nach der Intervention von Alfons III. von Asturien zurückgeführt werden. Der Ortsname Itero de la Vega wird bereits im Mittelalter unter dem Namen Fitero dokumentiert.

Kurz vor dem Ortseingang befindet sich die Wallfahrtskirche La Piedad. Im Ortskern kann man die Pfarrkirche San Pedro und die Taubenschläge aus Stein und Lehm besichtigen.

Wallfahrtskirche La Piedad

Die Wallfahrtskirche La Piedad liegt am Ortseingang von Itero de la Vega, am Fuß des französischen Weges. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im gotischen Stil errichtet. Allerdings wurde sie im Laufe der Geschichte schon mehrmals umgebaut.

Das kleine Gebäude wurde mit Kalksteinen im Quaderbau errichtet. Sie besteht aus einem Schiff und einem Holzdach.

Die Apsis ist viereckig und über Spitzbogen, die auf verzierten Kapitellen ruhen, für den Rest der Kirche offen. Über dem Tempel wölbt sich ein Kreuzrippengewölbe, das über ein Fenster verfügt. Außen kann man vier prismenförmige Strebepfeiler erkennen.

Die Kirche hat zwei Eingänge, einen auf der südlichen Seite, der zugemauert ist, und einen weiteren auf der Westseite. Beide weisen Spitzbogen auf. Im Inneren der Kirche gibt es neben der Kopfseite eine moderne Sakristei.

Kirche San Pedro

Die Kirche San Pedro steht in Itero de la Vega. Sie wurde im 13. Jahrhundert gebaut, obwohl sie im 16. und 17. Jahrhundert erheblich verändert wurde.

Der Tempel besteht aus drei Schiffen, die durch Pilaster getrennt sind, über die sich Rundbogen öffnen. Sowohl über dem Hauptschiff als auch über der Hauptkapelle wölben sich Kreuzrippengewölbe, wohingegen die anderen beiden Schiffe über Tonnengewölbe mit Lünetten verfügen.

Das Portal zur Epistel besteht aus zwei Spitzbogen, die die einzigen Elemente der ehemaligen Kirche sind, die sich an dieser Stelle befand. Vor dem Portal befindet sich ein Säulengang aus dem 16. Jahrhundert.

Der Altaraufsatz im Inneren der Kirche gehört dem Barockstil an und wird von Gemälden und Skulpturen von Magdalena, Petrus, Antonius und dem Kalvarienberg ausgefüllt. Auf dem Altaraufsatz des Schiffes des Evangeliums aus dem 17. Jahrhundert stehen Heiligenfiguren von Jakobus dem Apostel und Dominikus sowie von der Jungfrau Maria vom Rosenkranz.

Praktische Informationen:

Öffnungszeiten: Montags geschlossen. Dienstags bis sonntags (11:00 bis 14:00 Uhr und 17:00 bis 20:00 Uhr).

Gerichtssäule

Die Gerichtssäule von Itero de la Vega wurde im Jahr 1966 zum geschützten Kulturgut erklärt. Dieses Bauwerk im Renaissancestil grenzte einst einen Gerichtsbezirk ab. Die Säule wurde im Jahr 1829 gebaut, als Itero de la Vega seine Souveränitätsrechte über Melgar und Castrojeriz erwarb.

Die Säule verfügt auf einem stufenförmigen Sockel über einen viereckigen Säulenschaft.

Boadilla del Camino

Die Gemeinde Boadilla del Camino umfasst eine Fläche von fast 29 Quadratkilometern und hat 120 Einwohner. Das Dorf zeichnet sich durch Lehmhäuser, die mit Kalk weiß gestaltet wurden, und durch schräge Dächer mit arabischen Ziegeln aus.

Diese Ortschaft wurde zum ersten Mal im Sonderrecht von Melgar de Suso im Jahr 950 erwähnt, nachdem es von dem Grafen Fernán Armentález wieder bevölkert wurde. Im Ort kann man die Kirche Nuestra Señora de la Asunción und eine Gerichtssäule im gotischen Stil besichtigen.

Kirche Nuestra Señora de la Asunción

Die Kirche Nuestra Señora de la Asunción liegt im Ort Boadilla del Camino. Sie stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert, obwohl einige Elemente erst später hinzugefügt wurden, wie die Dächer der Kuppel, die im Jahr 1770 dazukamen.

Die Kopfseite wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts realisiert, wohingegen das Hauptschiff auf das frühe 17. Jahrhundert datiert und im 18. Jahrhundert umgebaut wurde. Der Tempel weist auch romanische Elemente auf, Reste der ehemaligen romanischen Kirche, die hier einst stand.

Die Kirche ist in drei kleine Schiffe unterteilt, die durch Säulen voneinander getrennt sind. Am Fuß des Schiffs befindet sich das Taufbecken und die Kanzel. An der Kopfseite erhebt sich der Turm aus drei Teilen, die aus Stein bestehen.

Der Hauptaltaraufsatz gehört zum Renaissancestil, ist der Jungfrau Maria geweiht und stellt verschiedenen Momente ihres Lebens dar. Das gleiche Schiff beherbergt auch ein Kalvarienberg des Christi von San Miguel und ein Taufbecken im romanisch-ogivalen Stil. Beide Elemente stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Praktische Informationen:

Öffnungszeiten: Montags geschlossen. Dienstags bis sonntags (11:00 bis 14:00 Uhr und 17:00 bis 20:00 Uhr).

Gerichtssäule

Die gotische Gerichtssäule steht in Boadilla del Camino. Die Säule stellt die gerichtliche Unabhängigkeit dar, die der Ort von den Edelmännern von Melgar und Castrojeriz erwarb. In weit zurückliegenden Zeiten band man die Angeklagten an der Säule fest, um sie vorzuzeigen, bevor sie verurteilt wurden.

Die Säule misst 7,60 und 12,30 Meter im Umfang des Sockels und gilt als die höchste Säule von Palencia. Sie ist mit Tieren und Pflanzen des Landes und mit Jakobsmotiven verziert. Die Gerichtssäule ist spitzbogig und ihr stufenförmiger Sockel ist mit halben Muscheln und Nagelköpfen dekoriert.

Frómista

Der Ort Frómista erstreckt sich über eine Fläche von 47 Quadratkilometern und hat fast 800 Einwohner. Die Blütezeit dieses Dorfes war im Mittelalter, als das Kloster San Martín errichtet wurde und als sich die Legende ereignete, die diesen Ort berühmt machte: das Wunder von Pedro, an das der Stein des Wunders erinnert.

Im 16. und 17. Jahrhundert verfiel die Kleinstadt als Folge der Vertreibung der Juden, der Pest und anderen Katastrophen. Der Bau des Kanals von Kastilien im späten 18. Jahrhundert änderte diese Situation, da das Ingenieurbauwerk zum Bau von fünf Schleusen in dem Ort führte, die die Wirtschaft erneut ankurbelten.

Die ländliche Krise im 20. Jahrhundert und die Außerbetriebnahme des Kanals beeinträchtigten erneut den Ort, der seine heutige Wirtschaft auf den Jakobsweg und den Wasserweg stützt.

Im Dorf kann man außerdem die Kirche San Martín, die Kirche Santa María del Castillo, die Kirche San Pedro, in dem sich das Pfarrmuseum befindet, die Wallfahrtskirche Otero sowie Venta de Boffard besuchen.

Kirche San Pedro

Die Kirche San Pedro steht im Ort Frómista und wurde von Juan de Escalante entworfen. Sie gehört dem gotischen Stil an, mit Ausnahme des neoklassizistischen Säulengangs, und weist römische Rundbogen auf.

Innen ist die Kirche in drei Schiffe unterteilt, über denen sich Kreuzrippengewölbe wölben. Auf einen Blick kann man erkennen, dass das Hauptschiff schief ist. Dies liegt an einem Bach, der neben einem der Seitenschiffe fließt und eine Krümmung ihrer Struktur verursacht hat.

Es stechen besonders der Hauptaltaraufsatz, der im 17. Jahrhundert von Francisco de Trejo entworfen wurde, und die Gemälde der Seitenschiffe hervor, wo Joseph mit dem Jesuskind und ein Kreuz Christi, das Werk von Gregorio Ferro, dargestellt werden.

Im Inneren der Kirche befindet sich das Pfarrmuseum. Dort werden die 29 flämischen Tafeln des Altaraufsatzes von Nuestra Señora del Castillo und einige Gegenstände der Kirche San Pedro ausgestellt, wie die Patene des Wunders des Dorfes.

Praktische Informationen:

Öffnungszeiten: Montags geschlossen. Dienstags bis sonntags (11:00 bis 14:00 Uhr und 17:00 bis 20:00 Uhr).

Gottesdienstzeiten: Montags findet kein Gottesdienst statt. Vom 1. September bis zum 30. Juni werktags (19:00 Uhr), Vorabende vor einem Feiertag (19:00 Uhr) und feiertags (13:00 Uhr). Vom 1. Juli bis zum 31. August werktags (20:00 Uhr), Vorabende vor einem Feiertag (20:00 Uhr) und feiertags (13:00 Uhr).

Eintritt Kirche: Allgemein (1 €), Gruppen (0,70 €).

Eintritt Kirche und Museum: Allgemein (1,50 €), Gruppen (1 €).

Kirche San Martín

Die Kirche San Martín von Frómista wurde im 11. Jahrhundert im Auftrag von Munia Mayor von Kastilien gebaut. 

Im Laufe der Geschichte wurden der Kirche mehrere Elemente hinzugefügt, wie die Kapellen, der Glockenturm, die Sakristei usw., die den ursprünglichen Aufbau beträchtlich beeinflusste. In den Jahren 1896 und 1904 wurde der Tempel restauriert, es wurden alle späteren Zusätze beseitigt und die Kirche erhielt ihre ursprüngliche Struktur zurück.

Die Kirche besteht aus drei Schiffen und 46 Kapitellen. Außen sticht besonders der Tiburio der Kopfseite mit seiner vertikalen und achteckigen Form hervor. Die Kopfseite besteht außerdem aus einer großen zentralen Apsis und an den Seiten aus zwei kleineren Apsiden. Es fallen ebenfalls die zylindrischen Türme auf, die westlich ausgerichtet sind, da sie bei romanischen Bauwerken nicht sehr häufig vorkommen.

Die Portale der Kirche verkörpern eine große Sachlichkeit und weisen keine Dekoration auf, außer den ein oder anderen äußeren Überzug und das fortlaufende Kymation. Die Tür an der Nordfassade ist am stärksten dekoriert.

Praktische Informationen:

Öffnungszeiten: Im Winter (10:00 bis 14:00 Uhr und 15:00 bis 18:30 Uhr). Im Sommer (10:00 bis 14:00 Uhr und 16:30 bis 20:00 Uhr).

Gottesdienstzeiten: Werktags (22:00 Uhr).

Eintritt: 1 Euro.

Ethnografisches historisches Museum

Das ethnografische historische Museum befindet sich neben der Kirche San Pedro in Frómista. Diese private Initiative bietet den Besuchern einen Rundgang durch die ehemaligen Handwerke und Berufe des Dorfes und Kastiliens an. In den Räumlichkeiten werden landwirtschaftliche Geräte und traditionelles Werkzeug aufbewahrt, die die harte Arbeit von einst widerspiegeln.

Praktische Informationen:

Öffnungszeiten: Im Sommer von dienstags bis sonntags geöffnet (11:00 bis 14:00 Uhr und 17:00 bis 20:00 Uhr). Im Sommer ist es nur samstags, sonn- und feiertags geöffnet (11:00 bis 14:00 Uhr und 17:00 bis 20:00 Uhr). Im Rest der Woche kann man es mit vorheriger Ankündigung besuchen.

Eintritt: Frei.

Kirche Nuestra Señora del Castillo

Die Kirche Nuestra Señora del Castillo in Frómista gehört dem gotischen Stil an. Sie steht innen leer, weswegen man nur das schöne Äußere besucht. Laut der Legende war die Kirche das Werk von einigen Edelmännern des Dorfes, um vor ihrem Ableben ihr Gewissen zu bereinigen.

Die Kirche wurde an der gleichen Stelle wie die Burg und mit dem gleichen Stein gebaut. Sie besteht aus drei Schiffen, die durch Säulen voneinander getrennt sind und über denen sich Kreuzrippengewölbe wölben, und aus einem Turm.

Wallfahrtskirche Otero

Die Wallfahrtskirche Otero liegt im Dorf Frómista. Sie lag außerhalb des Ortskerns, weswegen sie nicht so wichtig war wir die anderen Kirchen des Ortes.

Aufgrund dieser Entfernung verschlechterte sich der Zustand der Kirche so sehr, dass der Bischof von Palencia im 18. Jahrhundert den Auftrag erteilte, sie niederzureißen. Davon ausgenommen war das Kreuz, das er mit dem Bau einiger Mauern um ihn herum schütze.

Heute kann man immer noch die Steine des Fundaments der ehemaligen Wallfahrtskirche sowie die bildhauerischen Reste der Nischen der Seitenwände erkennen. Es sind außerdem eine Skulptur aus dem 13. Jahrhundert von Nuestra Señora del Otero, auf dessen Knie das Jesuskind sitzt, erhalten.

Das Wunder von Frómista

Der Legende zufolge ereignete sich im Jahr 1453 im Ort Frómista ein Wunder, weswegen es als Kleinstadt des Wunders bekannt ist. Gemäß der Geschichte bat Pedro Fernández de Teresa einem Juden namens Matudiel Salomón um Geld.

Nachdem die Frist, um die Schulden zurückzubezahlen, abgelaufen war, zahlte er ihm nicht das Geld zurück und der Jude zeigte ihn bei der Kirchenbehörde an, die ihn exkommunizierte. Daraufhin bezahlte Pedro dem Juden sein Geld zurück, teilte der Kirchenbehörde jedoch nicht mit, dass er seine Schuld beglichen hatte.

Nach einige Zeit wurde Pedro Fernández schwer krank und bat darum, beim Priester der Kirche San Martín seine Beichte abzulegen. Er suchte den Priester auf, damit er an ihm die Krankensalbung vornahm. Als der Pfarrer versuchte, ihm die Oblate zu geben, blieb diese am Brunnen kleben und es gab auch keine Möglichkeit, sie abzumachen.

In diesem Augenblick erinnerte sich der Christ an das, was mit dem Juden passiert ist, und erzählte es dem Pfarrer, der die Exkommunikation aufhob. Danach konnte der Priester die Kommunion durchführen, jedoch mit einer anderen Oblate.

Der Pfarrer, Pérez de la Monja, nahm das Gebilde des Wunders, so wie es am Brunnen war, und brachte es unter der Aufsicht von San Martín an. Im Haus, wo sich dieser Vorfall ereignete, wird die Stola des Priesters, die bereits abgenutzt ist, aufbewahrt. An der Tür kann man auch immer noch den sogenannten “Stein des Wunders” erkennen. Die Patene mit dem Gebilde, von dem jedoch nichts mehr übrig ist, wird im Pfarrmuseum der Kirche San Pedro aufbewahrt.

Venta de Boffard

Venta de Boffard ist ein Ausstellungssaal in Frómista und liegt direkt neben der Kirche San Martín. Die Ausstellungen, normalerweise Dauerausstellungen, zeigen verschiedenen Kunstwerke, von Gemälden und Skulpturen über Schmiedearbeiten und Schreinerei bis hin zur Fotografie.

Dienstleistungen Castrojeriz - Fromista

Dienstleistungen des Abschnitts von Castrojeriz nach Fromista

 

Karte Castrojeriz - Fromista

Karte des Abschnitts von Castrojeriz nach Fromista

Profil Castrojeriz - Fromista

Profil des Abschnitts von Castrojeriz nach Fromista

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