Pilgerkürbis

Der Pilgerkürbis des Jakobsweges gehörte zusammen mit dem Pilgerstab und der Hirtentasche zum klassischen Aufzug des mittelalterlichen Pilgers. Dies führte dazu, dass diese Kürbisart (Flaschenkürbis, Lagenaria siceraria) volkstümlich als Pilgerkürbis bekannt wurde.

Der Pilgerkürbis des Jakobsweges gehörte zum klassischen Aufzug des mittelalterlichen Pilgers.

Deswegen möchten wir uns in diesem Artikel diesem besonderen Jakobssymbol widmen. Im Folgenden legen wir Ihnen dar, woher der Kürbis des Jakobsweges kommt und wie er im Mittelalter genutzt wurde. Am Ende des Artikels werden wir außerdem auf andere typische Elemente der Pilgerkleidung eingehen.

Bevor Sie weiterlesen, Folgendes: Wenn Sie auf dem Jakobsweg ab Sarria den Kern der Pilgerfahrt aufsaugen möchten, erzählen Sie uns im Detail von Ihrem Reiseplan und überlassen Sie uns die Organisation, damit Ihr Weg unvergesslich wird.









  1. [tracking-info]
    1. Ich erkläre mich mit der Datenschutzerklärung.

Ursprung des Kürbisses des Jakobsweges

Der Kürbis, der die Pilgerkleidung des Mittelalters auf dem Jakobsweg prägte, hat seinen Ursprung nicht auf der Jakobsroute. Der Flaschenkürbis wurde seit Menschengedenken genutzt. Somit geht seine Nutzung viel weiter zurück als die Geschichte des Jakobsweges.

Ursprüngliche Herkunft des Pilgerkürbisses

Bezüglich der geografischen Herkunft des Pilgerkürbisses herrscht keine Einigkeit. Allerdings geht man davon aus, dass diese Kürbisart das erste Mal in Afrika erschien und sich von dort nach Europa und Amerika ausbreitete.

Den Wissenschaftlern ist auch nicht ganz klar, wie sich seine Samen auf die verschiedenen Kontinente ausgebreitet haben. Einige behaupten, dass die Verbreitung des Pilgerkürbisses mit der menschlichen Wanderbewegungen erklärt werden kann.

Allerdings weisen neuere Studien darauf hin, dass sich diese Fruchtaufgrund ihrer Schwimmfähigkeit über die Meeresströmungen ausgebreitet hat. Dies ist ein weiterer Grund, warum man den Lagenaria siceraria Pilgerkürbis nannte.

Wie wächst der Kürbis des Jakobsweges

Der Flaschenkürbis wird in Spanien Ende April, Anfang Mai gepflanzt. Dies ist Gegenstand eines Sprichworts:

Gründonnerstag pflanze ich meine Kürbisse; aber die Alte, die das sagte, hatte sie schon gepflanzt.

Redewendung

Um sie in ein Gefäß umzuwandeln, entfernte man die Kerne der Frucht und man ließ sie trocknen, damit die Schale hart wurde. Dafür gibt es zwei Vorgehensweisen. Eine bestand darin, die Kürbisse für mehrere Monate zu begraben. Wenn sie verfaulten, waren sie nicht mehr zu gebrauchen.

Die andere Methode bestand darin, sie einfach trocknen zu lassen. Dies dauerte jedoch länger. Da das Gefäß aus dem Pilgerkürbis zerbrechlich war, umhüllte man es oft mit Ziegenhaut, damit es nicht zerbrach.

Die Nutzung des Pilgerkürbisses

Jahrhundertelang benutzten tausende Pilger den Pilgerkürbis des Jakobsweg als Gefäß, um Wasser oder Wein aufzubewahren. Deswegen ist er auch als Flaschenkürbis bekannt.

Bevor er von den Pilgern des Jakobsweges genutzt wurde, wurde der Lagenaria sicerariahauptsächlich zuhause und in der Landwirtschaft verwendet. Aufgrund seiner Leichtigkeit und seiner geringen Kosten verbreitete er sich seit den Ursprüngen des Jakobsweges schnell unter den Pilgern.

Der Pilgerkürbis bestand aus zwei Teilen, eine breite Seite, die dem unteren Teil des Gefäßes entsprach, und ein anderer, sehr viel feinerer Teil. In der Mitte befand sich ein engerer Teil, der genutzt wurde, um ihn mit einer Kordel an der Taille, am Pilgerstab oder an einem anderen Teil der Pilgerkleidung zu befestigen.

Symbolik des Kürbisses des Jakobsweges

Obwohl der Kürbis des Jakobsweges im Jakobsbuch als Teil der mittelalterlichen Pilgerkleidung nicht erwähnt wird, glaubt man, dass er so befestigt wurde, dass man seinen Inhalt einfach anderen Pilgern anbieten konnte. Dementsprechend wird dem Pilgerkürbis die Symbolik der Solidarität des Jakobsweges zugeschrieben.

Der Pilgerkürbis heute

Heutzutage benutzen die Pilger den Kürbis nicht mehr, sondern Wasserflaschen aus Aluminium oder Feldflaschen. Allerdings sieht man auf einigen Pilgerrouten immer noch den ein oder anderen Pilger mit dem Kürbis des Jakobsweges als Wahrzeichen der Jakobstradition.

Heutzutage benutzen die Pilger den Kürbis nicht mehr, sondern Wasserflaschen aus Aluminium oder Feldflaschen.

Viele Geschäfte in Compostela verkaufen den Kürbis des Jakobsweges als Souvenir. In den meisten Fällen ist er an einem Pilgerstab festgebunden. Das liegt hauptsächlich daran, dass der Pilgerkürbis im Heiligen Compostelanischen Jahr 1993 als Symbol des Xacobeo verwendet wurde.

Sonstige Nutzung des Pilgerkürbisses

Allerdings wurde der Pilgerkürbis nicht nur als Gefäß genutzt, in dem Flüssigkeit abgefüllt werden konnte. In mehreren Regionen hatte der Kürbis des Jakobsweges andere Funktionen. Im Folgenden werden wir auf einige davon eingehen.

Der Kürbis des Jakobsweges als Musikinstrument

Der Pilgerkürbis wird auch verwendet, um verschiedene Instrumente herzustellen, wie einen Resonanzkörper, einige Schlaginstrumente und Streichinstrumente, wie etwa der Berimbau, der in Brasilien verwendet wird, und die Capoeira und der Nyatitis in Kenia.

Handwerkskunst aus dem Pilgerkürbis

Der Kürbis des Jakobsweges wird auch häufig für die Herstellung von Produkten des Kunsthandwerks verwendet. In Peru benutzt man ihn zum Beispiel für die Herstellung von Mates burilados und in Bolivien für ein traditionelles Spiel.

Der Pilgerkürbis als Schwimmer

Wie wir Ihnen am Anfang des Artikels dargelegt haben, hat der Pilgerkürbis eine große Schwimmfähigkeit. Dies führte dazu, dass seine Frucht als Schwimmer für die Fischernetze und als Schwimmring eingesetzt wurde.

Der Lagenaria siceraria als Lebensmittel

Der Kürbis des Jakobsweges ist eine ziemliche bittere Frucht. Deswegen wird er in der Küche nicht besonders häufig verwendet. Allerdings wurde sie häufig als Tierfutter und Heilpflanze genutzt.

Weitere Elemente, die den Pilgerkürbis begleiten

Wie wir Ihnen bereits zuvor dargelegt haben, erwähnt das Jakobsbuch den Kürbis des Jakobsweges nicht. Allerdings werden andere klassische Elemente des üblichen Pilgeraufzugs erwähnt. Im Folgenden gehen wir auf einige dieser Elemente ein.

Der Pilgerstab

Der Pilgerstab ist ein langer und gerader Stock aus Holz, der normalerweise die Schulter des Pilgers übersteigt. Manchmal verfügt er am oberen Teil über eine Einkerbung, um ihn zu halten oder andere Elemente des Pilgeraufzugs aufzuhängen, wie etwa den Kürbis des Jakobsweges.

Der Pilgerstab ist ein langer und gerader Stock aus Holz, der normalerweise die Schulter des Pilgers übersteigt.

Dem Jakobsbuch zufolge wurde der Pilgerstab, wie die Hirtentasche vor Beginn der Pilgerfahrt in den Kirchen gesegnet. Seine Funktion bestand darin, im Mittelalter die schwierigen Wege erträglicher zu machen. Allerdings wurde er auch als Waffe gegen Diebe oder aggressive Tiere verwendet.

Viele Pilger verwendeten den Pilgerstab, um Ihre Tage auf dem Jakobsweg einzuritzen. Zu guter Letzt erleichterte der Pilgerstab, wie die heutigen Wanderstöcke die Durchblutung in den Armen.

Symbolisch betrachtet weist das Jakobsbuch darauf hin, dass der Pilgerstab als dritter Fuß des Pilgers diente. Er symbolisierte die Dreifaltigkeit und den Glauben, die sie in dem Pilger hatte.

Die Hirtentasche

Ein weiteres grundlegendes Element des Pilgeraufzugs war die Hirtentasche. Sie war oben offen, was dem Jakobsweg zufolge die Veranlagung symbolisierte, die der Pilger haben musste, um zu geben und zu empfangen.

Der Hut und der Umhang

Zwei weitere Elemente, die die Pilgerkleidung prägten, waren der Hut und der Umhang. Der Hut war aus verschiedenen Materialien, er hatte aber immer eine breite Hutkrempe, um vor der Sonne zu schützen. Über den Schultern hing der Umhang, der meistens aus Leder war.

Die Muschel

Von allen Elementen, die den Pilgeraufzug des Mittelalters ausmachten, spielte die Muschel in den letzten Jahrhunderten die größte Rolle. Deswegen haben wir in unserem Blog einen ganzen Artikel diesem Jakobssymbol gewidmet. Wenn Sie mehr über die berühmte Muschel erfahren möchten, können Sie ihn sich durchlesen.

Wir hoffen, dass Ihnen alle Informationen, die wir Ihnen in diesem Artikel zum Kürbis des Jakobsweges und zum Pilgeraufzug bereitgestellt haben, hilfreich waren. Wir bei Santiago Ways sind von all dem, was mit der Jakobstradition zu tun hat, begeistert.

Zum Schluss möchten wir Sie noch daran erinnern, dass Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen können, wenn Sie vorhaben, den Jakobsweg zu machen, und auf die Unterstützung eines spezialisierten Reisebüros zurückgreifen möchten. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns auf unserer Facebook-Seite.

Buen Camino!