Besuch der Kathedrale von Santiago de Compostela

Der Jakobsweg endet am Obradoiro-Platz, wo die beeindruckende Kathedrale von Santiago romanischen Ursprungs steht. In diesem Artikel möchten wir auf alle Ecken und Reliquien, die Sie in der herrlichen Kathedrale von Santiago sehen können, näher eingehen.

Sehenswurdigkeiten in der Kathedrale von Santiago

Der Tempel ist von großem historischem Wert, nicht nur weil dort die Reste des Apostels Jakobus aufbewahrt werden, sondern auch aufgrund seines großen architektonischen Reichtums.

In der Kathedrale werden verschiedene Stile vereint, wir der Barock, die Gotik, der Neoklassizismus, der Platereskenstil oder auch die Romanik. Deswegen sollte man vor seiner Ankunft wissen, was man sich in der Kathedrale von Santiago ansehen sollte. Aber lassen Sie uns von vorne beginnen!

Geschichte der Kathedrale von Santiago

Um die Bedeutung und den Zauber der Kathedrale von Santiago zu verstehen, muss man auf die Legende, die zu ihrem Bau führte, zurückgehen. Hiermit beziehen wir uns auf die Legende des Apostels Jakobus dem Älteren.

Der Ursprung der Kathedrale von Santiago de Compostela

Die Geschichte hat ihren Ursprung im 9. Jahrhundert. Zu dieser Zeit ruhte sich Pelayo, ein Einsiedler aus Santiago de Compostela, zuhause aus, als ihm ein paar Himmelslichter auffielen. Der Legende zufolge riefen ihn diese Lichter von ganz hinten im Wald.

Pelayo teilte dem Bischof der Gegend, Teodomiro, seine Erfahrung mit. Beide Männer beschlossen, die Sache genauer zu untersuchen, was dazu führte, dass sie auf die Reste des Apostels Jakobus stießen.

Die Dokumente dieser Zeit können diese Legende weder bestätigen noch leugnen. Allerdings ließ König II. dort eine Basilika errichten, wo die Reste gefunden wurden. Wenn Sie mehr über die Gründe, aus denen der Monarch diese Entscheidung traf, erfahren möchten, lesen Sie sich in jedem Fall unseren Artikel zum Ursprung der Pilgerfahrt nach Santiago durch.

Die Glocken, die tausend Kilometer zurücklegten

Es dauerte nicht lange, bis die Pilger sich auf den Weg machten, um das Grab des Apostels Jakobus zu besuchen. Schon bald reichte die Basilika nicht aus, um so viele Gläubiger unterzubringen. Deswegen wurde 829 ein modernerer Tempel gebaut.

Kurz danach, im Jahr 899, wurde dieser Tempel von einer vorromanischen Kirche ersetzt. Im Jahr 997 wurde der Tempel während der Eroberung der Araber von einem Feuer zerstört. Die Reste des Apostels konnten gerettet werden, ebenso die Glocken, die als Beute nach Córdoba gebracht wurden.

Die heutige Kathedrale von Santiago

Im Jahr 1075 wurde schließlich an der gleichen Stelle eine neue, dem Apostel Jakobus geweihte romanische Kathedrale gebaut. Allerdings wurde der Bau mehrmals unterbrochen, weswegen die Kirchweihe erst 1211 stattfand.

Dies ist der Tempel, den wir heute vor uns haben. Er wurde nach dem Vorbild der Kirche San Sernín in Toulouse errichtet. Die Originalkirche wurde hauptsächlich mit Stein gebaut.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kathedrale mehrmals renoviert, obwohl sie einen Großteil ihres mittelalterlichen Stils beibehält. In der Renaissance wurden der Kreuzgang und seine anliegenden Räumlichkeiten angefügt. Im Barock wurden wichtige Umbauten durchgeführt, wie an der Hauptkapelle oder der Fassade des Obradoiro-Platzes. Der Neoklassizismus wird an der Azabachería-Fassade deutlich.

Was es außen an der Kathedrale von Santiago zu sehen gibt

Nachdem man die emotionalen Momente, die man nach Ende des Jakobsweges auf dem Obradoiro-Platz erlebt, genossen hat, ist der Moment gekommen, hochzublicken. Vor den Augen der Pilger erhebt sich die Kathedrale von Santiago, ein stiller Zeuge, der Tausende von Umarmungen und Tränen voller Schweiß gesehen hat.

Man muss nichts über die Architektur wissen, um ihre beeindruckende Schönheit zu genießen. Damit Ihnen jedoch kein Detail dieses beeindruckenden architektonischen Bauwerks entgeht, werden wir Ihnen zu jeder Fassade der Kathedrale von Santiago Informationen bereitstellen.

Die Obradoiro-Fassade und der Pórtico de la Gloria

Die Obradoiro-Fassade und der Pórtico de la Gloria sind die ersten Orte, die die Pilger nach Beendigung des Jakobsweges kennenlernen. Und zwar enden alle Jakobsroute hier.

Von dem mittelalterlichen Bauwerk der Obradoiro-Fassade an der Westseite sind nur noch ein paar wenige Malereien erhalten. Im Jahr 1738 wurde die alte Fassade, die ziemlich beschädigt war, niedergerissen und es wurde die heutige Fassade gebaut.

Der Umbau verlieh ihr ihr heutiges barockes Aussehen. An der Fassade stechen ihre üppige Dekoration und ihre großen Öffnungen hervor. Zwischen ihr und dem Pórtico de la Gloria befindet sich ein überdachtes Vestibül.

Der Pórtico de la Gloria wurde nach dem ursprünglichen Tempel gebaut. Es wurde im Jahr 1168 mit seinem Bau begonnen, der 1188 abgeschlossen wurde.Dieser Teil der Kathedrale gilt als eines der wichtigsten Werke der Romanik in Spanien. Der Portikus besteht aus drei Rundbogen, die jeweils einem der Schiffe des Tempels entsprechen.

Sehenswürdigkeiten in der Kathedrale von Santiago de Compostela

Die Ikonografie dieser Bogen stellen verschiedene Szenen der Apokalypse in der Weise dar, dass sie den Pilgern, die die Kathedrale besuchten, als Veranschaulichung dienten. Am Tympanon des mittleren Bogens wird der Pantokrator und die Kreuzigung dargestellt. Am rechten Bogen befindet sich eine Darstellung des Jüngsten Gerichts. Am linken Bogen kann man Szenen des Alten Testaments erkennen.

Die Azabachería-Fassade

Die Azabachería-Fassade stellt die Nordseite der Kathedrale von Santiago am Platz Plaza de la Inmaculada dar.

Diese Fassade wurde 1758 nach einem Brand wiederaufgebaut. Die heutige Fassade verbindet den Barock und den Neoklassizismus.

Einige der Werke der vorigen mittelalterlichen Fassade, bekannt als Fassade des Paradieses, wurden an der Platerías-Fassade angebracht. Andere Werke befinden sich im Museum der Kathedrale.

Platerías-Fassade

Die Platerías-Fassade befindet sich an der Südseite der Vierung. Hierbei handelt es sich um die einzige romanische Fassade, die erhalten ist.

Ihr ursprünglicher Aufbau wurde kaum verändert. Die Eingliederung des Uhrenturms und der Fassade des Schatzes an ihren Seiten stellt die Ausnahme dar. An der Fassade stechen die vielen Reliefs hervor, die aufgrund ihrer vielfältigen Stile darauf schließen lassen, dass sie auf mehrere Künstler zurückgehen.

Die Quintana-Fassade

Zu guter Letzt befindet sich die Fassade, die zum Quintana-Platz geht, an der Ostseite der Kathedrale. Auf dieser Seite des Tempels stechen zwei Portale hervor, das königliche Portal im Barockstil und das Portal der Vergebung bzw. das Heilige Portal, über dem sich die Figur von Jakobus befindet.

Was man im Inneren der Kathedrale von Jakobus sehen kann

Nachdem Sie das wunderbare Äußere der Kathedrale von Santiago bewundert haben, wird es nun Zeit, ihr Inneres zu betrachten. Es liegt eine spannende künstlerische, historische und kulturelle Reise voller faszinierender Reliquien vor uns.

Die Basilika

Ein Rundgang durch den kreuzförmigen Grundriss und ihrer drei Schiffe ist für jeden Pilger ein Muss. Innen verfügt die Basilika über einen Chor aus Holz und einen weiteren aus Stein sowie über zwei Orgeln, die sich im Mittelschiff befinden.

Im Querschiff kann man das Kuppelgewölbe im gotischen Stil, das den Tempel erleuchtet und belüftet, bewundern.

Es sticht außerdem der Chorumgang nahe der Hauptkapelle, der aus mehreren Kapellen besteht, hervor. Dieses Element dient als Gang, der den fließenden Verkehr innerhalb der Basilika ermöglicht, auch wenn es viele Pilger gibt, die die Reste des Apostels verehren.

Die Hauptkapelle und die Krypta des Grabes

Die heutige Hauptkapelle im Barockstil ersetzte eine frühere Kapelle im romanischen Stil. Auf dem Altar befindet sich im Schrein die berühmte Heiligenfigur des sitzenden, als PIlger gekleideten Jakobus.

Die Skulptur stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde in mehrfarbigem Stein gebaut. Die Kleidung des Apostels weist prächtige Edelsteine auf. Man kann über den hinteren Teil des Altars zur Figur gelangen, um Jakobus die traditionelle Umarmung zu geben, einer der am stärksten herbeigesehnten Momente aller Pilger.

Man kann außerdem eine Skulptur von Jakobus zu Pferd betrachten. Sie stellt Santiago Matamoros dar.

Unter dem Schrein befindet sich die Krypta, die die Reste des Heiligen beherbergt. Diese befinden sich wiederum auf einem Altar aus Marmor in einer Urne aus Silber im romanischen Stil.

Sowohl für die Umarmung des Heiligen als auch für den Besuch seiner Grabstätte bilden sich lange Schlangen. Zweifelsohne sind dies die zwei am häufigsten besuchten Orte der Kathedrale von Santiago.

Weitere Kapellen

Die Kathedrale von Santiago verfügt innen über eine Vielzahl von Kapellen, die Sie besuchen können. Alle von ihnen weisen eine große künstlerische Schönheit auf. Wir können nicht auf alle Einzelheiten jeder dieser Reliquien eingehen, aber wir möchten sie wenigstens nennen und Ihnen zu jeder Kapelle ein paar Fakten geben.

Viele von ihnen beherbergen die Reste von Bischöfen und wichtigen Persönlichkeiten. Allerdings möchten wir Sie nicht mit den Namen überfordern. Diese können Sie auf eigene Faust entdecken.

Kapelle El Pilar

Es wurde 1694 mit dem Bau der Kapelle El Pilar begonnen, um sie als Sakristei zu nutzen. Seit 1879 hat sie nicht mehr diese Funktion inne und dient jetzt ausschließlich als Kapelle.

Mondragón-Kapelle

Die Mondragón-Kapelle, auch als Kapelle La Piedad bekannt, stammt aus dem 16. Jahrhundert und gehört der flämischen Gotik an.

Kapelle La Azucena

Die Kapelle La Azucena hieß einst Kapelle San Pedro. Sie befindet sich neben dem Heiligen Portal und stammt auch aus dem 16. Jahrhundert.

Kapelle El Salvador

Die Kapelle El Salvador befindet sich in der Mitte des Chorumgangs. Es ist die älteste Kapelle und sie ist der Grund, warum man mit dem Bau der Kathedrale begann.

Kapelle Nuestra Señora Blanca

Die Kapelle Nuestra Señora Blanca ist auch als Kapelle der España bekannt, da sie von dieser Familie gestiftet wurde. Sie wurde im 13. Jahrhundert gebaut, ihr heutiger Aufbau geht jedoch auf das 15. Jahrhundert zurück.

Kapelle San Juan

Die Kapelle San Juan hieß einst Santa Susana. Sie verbindet die Romanik mit Barockelementen, was das Ergebnis einer Vergrößerung ist.

Kapelle San Bartolomé

Die Kapelle San Bartolomé war einst als Kapelle Santa Fe bekannt. Hier sticht der Altaraufsatz aus mehrfarbigem Marmor im Platereskenstil hervor.

Kapelle La Concepción

Die Kapelle La Concepción wird auch Prim-Kapelle genannt, da hier die Prim-Messe stattfindet.

Kapelle El Espíritu Santo

Die Kapelle El Espíritu Santo stammt aus dem 13. Jahrhundert. Hier stechen die wunderbaren Gräber auf.

Kapelle La Corticela

Die Kapelle La Corticela ist selbst eine Kirche. Sie wurde als Hauskapelle zu Ehren von Santa María genutzt.

Kapelle La Comunión

Die Kapelle La Comunión ist auch als Kapelle El Sagrado Corazón bekannt. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert, obwohl sie nachträglich mehrmals renoviert wurde.

Kapelle El Cristo de Burgos

Die Kapelle El Cristo de Burgos wurde nach der Statue benannt, die sie beherbergt. Sie wurde im 17. Jahrhundert als Beerdigungskapelle gebaut.

Der Botafumeiro

Eine der Hauptattraktionen, die man sich in der Kathedrale von Santiago ansehen muss, ist der Botafumeiro. Das riesige Weihrauchfass befindet sich gegenüber dem Hauptaltar. Während des Gottesdienstes überfliegt dieses mobile Gerät die Köpfe der Gläubigen und erfüllt den Saal mit Rauch. Es ist ein wahres Spektakel, das man sich unbedingt ansehen sollte.

Botafumeiro In der Kathedrale von Santiago

Der Botafumeiro wird nicht jeden Tag eingesetzt, lediglich in feierlichen Messen oder wenn eine Gruppe oder eine Einzelperson dies wünscht und dafür bezahlt. Zum Glück ist dies ziemlich häufig der Fall und es ist üblich, ihn im Betrieb zu sehen.

Das Dommuseum

Im 19. Jahrhundert fanden im Zentrum der Basilika Ausgrabungen statt, die unzählige Reliquien zum Vorschein brachten, die man heute besichtigen kann.

Kunstwerke von unschätzbarem Wert, Bücher, Münzen und andere Schätze sind einige der Schätze, die Sie im 1930 eröffneten Museum besichtigen können. Einige von ihnen sind das Ergebnis der durchgeführten Ausgrabungen und anderen Spenden und Geschenke.

Deswegen können wir nicht von den Sehenswürdigkeiten der Kathedrale von Santiago sprechen, ohne nicht das Dommuseum zu nennen. Es verfügt über fünf verschiedene Bereiche, die alle von unvergleichbarer Schönheit sind: die Kapelle der Reliquien, das königliche Pantheon, der Schatz, die archäologischen Säle und der Kreuzgang.

Die Kapelle der Reliquien

Die Kapelle der Reliquien beherbergt die Spenden von Pilgern, Königen und Bischöfen aus aller Welt. Dort werden Opfergaben aus den letzten tausend Jahren vereint.

Königliches Pantheon

Im königlichen Pantheon kann man die Gräber der Monarchen von Galicien und León, die zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert verstorben sind, besuchen.

Der Schatz

Der Domschatz wird in der gotischen Kapelle San Fernando beherbergt. Der kostbare Komplex besteht auf einer großen Kirchenschmucksammlung, die Stücke aus der Zeit zwischen dem 11. Jahrhundert und jetzt umfasst.

Archäologische Säle

Die archäologischen Säle befinden sich im Untergeschoss und man gelangt über den Obradoiro-Platz zu ihnen. Hier werden die Funde der Ausgrabungen, die unter der Kathedrale durchgeführt wurden, aufbewahrt. Dazu gehören die Reste der römischen Vergangenheit der Stadt sowie die Reste der vorromanischen Basiliken, die der heutigen Kathedrale vorangingen.

Kreuzgang

Man gelangt über die archäologischen Säle zum Kreuzgang. Dort kann man verschiedene Gräber und die alten Glocken des Glockenturms besichtigen.

Vom Kreuzgang kann man zum Kapitelsaal gelangen. Dort wird der Botafumeiro aufbewahrt, wenn er nicht benutzt wird.

Bibliotheksarchiv

In der Kathedrale von Santiago sollte man sich auch das Bibliotheksarchiv ansehen. Es ist besonders deswegen interessant, da hier die Manuskripte des Jakobsbuches, eines der kostbarsten Dokumente über die Geschichte des Jakobsweges, aufbewahrt werden.

Gelmírez-Palast

Der Gelmírez-Palast gehört auch zum Domkomplex. Es handelt sich um einen Bischofspalast, der sich auf der Nordseite befindet. Er wurde im 12. Jahrhundert gebaut, um den früheren Palast, der sich auf dem Platz Plaza de las Platerías befand, zu ersetzen.

Unser Geheimtipp für den Besuch der Kathedrale von Compostela

Wir empfehlen Ihnen, die Kathedrale nachmittags zu besuchen. Beim 19-Uhr-Gottesdienst verleiht das Licht, das durch die Fenster des Obradoiro-Platzes hineinscheint, dem Tempel einen ganz besonderen Zauber.

Außerdem ist die Basilika nachmittags bei Weitem nicht so voll und Sie können sie entspannter besichtigen. Wenn Sie mehr über die Öffnungszeiten und Eintrittspreise erfahren möchten, können Sie die offizielle Seite der Kathedrale von Santiago besuchen.

Da Sie jetzt alles über die Kathedrale von Santiago wissen, hoffen wir, dass auch Sie diesen mittelalterlichen Schatz, der es bis in unsere heutige Zeit geschafft hat, genießen. Wenn Sie noch andere Sachen in Santiago de Compostela machen möchten, lesen Sie sich unseren Leitfaden zur galicischen Hauptstadt durch.

Wir möchten uns nicht von Ihnen verabschieden, bevor wir Ihnen nicht zur Beendigung des Jakobsweges gratuliert haben. Nicht wahr, dass es eine der besten Erfahrungen Ihres Lebens war?Wie? Sie haben sich noch nicht auf den Weg gemacht? Worauf warten Sie noch? Beginnen Sie noch heute, sich mit unserem Leitfaden zum Jakobsweg vorzubereiten, oder schreiben Sie uns, damit wir Ihnen helfen, dieses fantastische Abenteuer zu organisieren.

Buen Camino!

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